„Allein kann keiner etwas erreichen.“

Im Rahmen der Auktion der Elb-Clásico-Trikots vom Spiel gegen den 1. FC Magdeburg am 16.03.2019 unterstützt die Mannschaft das „Solidaritätskomitee Dynamo“.
Wir haben SGD-Verteidiger Dario Dumic und Kapitän Marco Hartmann vor der Partie gegen die Blau-Weißen getroffen und mit ihnen über diese besondere Unterstützung gesprochen. Im Interview verrät der Bosnier zudem, warum es der Mannschaft und ihm wichtig war, diese Aktion zu realisieren und den 28 Betroffenen unter die Arme zu greifen. Das Interview mit Harti lest ihr am Donnerstag auf der Website.
 

Warum war es dir ein persönliches Anliegen, das „Soko Dynamo“ zu unterstützen, Dario?
Auf der Mitgliederversammlung des Vereins im November des vergangenen Jahren habe ich das erste Mal davon gehört, dass ein paar Leute aus der aktiven Fanszene aufgrund der Vorkommnisse bei einem Spiel in Karlsruhe in Schwierigkeiten sind und auch finanzielle Hilfe brauchen, um sich für mögliche Gerichtsverhandlungen vorzubereiten. Bis dahin kannte ich nur die verrückten Bilder des Auftritts, die mich beeindruckt haben. Von den Konsequenzen wusste ich allerdings nichts.

Was hast du nach der Mitgliederversammlung unternommen?
Ich habe mich erst einmal genauer darüber informiert, was passiert ist und warum gegen diese Leute ermittelt wird. Als ich erfahren habe, dass es um die Organisation des Fanmarsches geht und nicht einmal alle von den Ermittlungen betroffenen Personen selbst in Karlsruhe waren, bin ich zu „Harti“ (Marco Hartmann, Anm. d. R.) gegangen und habe ihn als Kapitän des Teams gefragt, ob wir unseren Fans als Mannschaft nicht auch in dieser Situation helfen wollen.

Was ist seitdem passiert?
Wir haben uns danach in einem kleineren Kreis zusammengesetzt und überlegt, was wir wann genau machen können. Herausgekommen ist dann die gemeinsame Idee, dass wir eine Aktion machen sollten, die auch medial für Aufmerksamkeit sorgt, damit die Unterstützung der Betroffenen noch bekannter wird und sich vielleicht noch ein paar mehr Menschen anschließen, um die Jungs zu unterstützen.

Warum ist dir die Unterstützung der Menschen so wichtig?
Ich habe das als Spieler in meiner Zeit bei Brøndby IF so kennengelernt, dass man als Profi auch mal ganz konkret Fans des Vereins unterstützt, wenn sie Hilfe brauchen. Ich finde die Aktion gar nicht so besonders und freue mich einfach, wenn wir den Betroffenen helfen können.

 

Wie wichtig ist dir das schöne deutsche Wort „Zusammenhalt“?
Das ist im Mannschaftssport Fußball das Wichtigste, was es überhaupt gibt. Allein kann keiner etwas erreichen. Man braucht seine Mannschaftskollegen und all die Menschen um ein Team herum genauso wie die Fans, um am Ende gemeinsam erfolgreich sein zu können. Bei einem Klub wie Dynamo Dresden kann man diese Kraft der Gemeinschaft bei Heim- und Auswärtsspielen sicher noch mehr als bei anderen Vereinen nutzen.

Du bist auf Leihbasis in Dresden. Weißt du um die besondere Bedeutung des Spiels gegen Magdeburg?
Ich habe vor meinem Wechsel zu Dynamo einige YouTube-Videos angeschaut, dabei spielten die Spiele gegen Magdeburg auch immer mal wieder eine zentrale Rolle. Natürlich habe ich auch durch das Hinspiel im Oktober mitbekommen, was das Ost-Duell den Menschen hier bedeutet. Das Magdeburg-Spiel erschien uns für die Aktion auch deshalb so geeignet, weil wir in dem Rahmen größtmögliche Aufmerksamkeit für die Versteigerung der Trikots haben.

Was ist dir von deinem Videostudium hängengeblieben?
Natürlich diese unglaubliche, riesige Blockfahne vor ein paar Jahren hier im Stadion. Ich habe mir dazu auf YouTube eine kleine Dokumentation angeschaut und war total begeistert. Solche beeindruckenden Aktionen machen den Fußball im Allgemeinen und Dynamo Dresden im Speziellen zu etwas ganz Besonderem. Wie lange haben die Fans daran eigentlich gearbeitet?

Von der Idee bis zur Umsetzung hat es acht Nähmaschinen gebraucht und mehrere Jahre gedauert.
Diese Organisation, die Umsetzung und der gesamte Enthusiasmus sind total verrückt. Ich glaube, dass viele Menschen sich eine solche Choreografie zu einfach vorstellen. Aber darin steckt eine Menge an Kreativität, Disziplin und harter Arbeit einer ganzen Gruppe.

Du bist jetzt seit einem Dreivierteljahr in Dresden. Was ist das Besondere für dich bei Dynamo?
Du findest als Fußballer ganz sicher in jedem Club etwas Spezielles und Einzigartiges. Hier ist es für mich das Lebensgefühl, dass eine ganze Stadt leidenschaftlich hinter ihrem Verein steht und ihn unterstützt. Das gibt es in der Form sicher nicht in so vielen anderen Städten. Hier ist Dynamo überall präsent – ob Graffiti im Stadtbild oder kleine Aufkleber an den Autos. Es ist schwer, Dynamo in Dresden zu übersehen.

Du sprichst von der Unterstützung der Menschen – wie fühlt es sich für dich an, dass ihr mit der Versteigerung der Trikots einen wichtigen Teil der Fanszene unterstützt?
Ich denke, das kann eine coole Sache werden, weil die Symbolik dahinter gut passt. Wir tragen das Trikot, das die Menschen hier lieben. Und wir geben es, damit Menschen geholfen wird, die uns sonst in den Spielen lautstark unterstützen. Es gilt für alle Betroffenen die Unschuldsvermutung, und deshalb geht es darum, dass diese Menschen auch die finanzielle Möglichkeit erhalten, sich in einem möglichen Prozess vor einem Gericht auch mit Anwälten verteidigen zu können. Diese Hilfe ist für mich eine Selbstverständlichkeit.

Danke dir für das Gespräch, Dario.

Interview: Henry Buschmann, veröffentlicht auf dynamo-dresden.de

SPENDET FÜR DIE BETROFFENEN

IBAN: DE16 8505 0300 0221 1476 91 BIC: OSDDDE81XXX EMPFÄNGER: SCHWARZ-GELBE HILFE e.V

Bitte spendet für die Verfahrenskosten entweder auf das hier angegebene Konto oder bei den Sammelaktionen, die es ab sofort bei den Heim- und Auswärtsspielen der Sportgemeinschaft Dynamo Dresden geben wird. Außerdem: werdet Mitglied in der Schwarz Gelben Hilfe! www.schwarz-gelbe-hilfe.de oder persönlich zu jedem Heimspiel am SGH-Stand hinter dem K-Block! Ob jung, ob alt: was zählt ist der Zusammenhalt!

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