Die Eintracht Frankfurt-Anhänger präsentierten dieses Banner. Dresden – Zunächst rückten sie am vergangenen Dienstag mit 370 Beamten und drei Staatsanwälten aus, dann veranstaltete die Polizei und Staatsanwaltschaft Karlsruhe in Dresden eine medienwirksame Pressekonferenz, auf der sie Ergebnisse präsentierten, jedoch keine echten Täter benennen konnten (TAG24 berichtete). Die Razzia im Umfeld von Fans von Dynamo Dresden am vergangenen Donnerstag hat Spuren hinterlassen. Vor allem im Fanprojekt von Dynamo, dessen Räume durchwühlt wurden, die Mitarbeiter gerade noch verhindern konnten, dass auch die persönliche Räume der Betreuer geöffnet und durchsucht wurden. Während der Verein und Fanprojektleiter Torsten Rudolph empört über diese Maßnahme reagierten, gab es am Wochenende reichlich Reaktionen auf das fragwürdige Vorgehen der Beamten aus Karlsruhe. So äußerte sich die Bundesgemeinschaft der Fanprojekte in einer Pressemitteilung und verurteilte das Eindringen in die Fanprojekt-Räume aufs Schärfste.

Frankfurt, Dortmund und Zwickau solidarisieren sich mit Dynamo Dresden

In Zwickau sagten die Fans: „Fußballfans als Staatsfeind Nr. 1“. „Die Hausdurchsuchungen in Fanprojekten am vergangenen Sonntag in Darmstadt und am Dienstag in Dresden haben in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) großes Unverständnis ausgelöst. Die Einrichtungen für offene Jugendarbeit, unter anerkannter kommunaler Trägerschaft und der gesetzlichen Verankerung im SGB VIII (KJHG), werden durch eine solche Vorgehensweise der Polizei in ihrem Verhältnis zu den jugendlichen und heranwachsenden Fußballfans maßgeblich negativ beeinflusst. Die Fanprojekte bieten in ihren Räumlichkeiten den Fans einen Ort, an dem sie sich in einem vertrauensvollen Umgang miteinander begegnen können“, hieß es in der Mitteilung. Am Wochenende gab es dann auch das Feedback in den Stadien. Und da zeigte sich eine große Welle der Solidarität. Bei Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt, Union Berlin, dem FSV Zwickau und beim 1. FC Magdeburg wurden Transparente entrollt. In Dortmund hieß es: „Von Dresden bis zum Kosovo. Freiheit für die Ultras Dynamo“. Die Fans von Union Berlin zeigten im Derby gegen Dynamo, was sie von der Polizeidurchsuchung im Fanprojekt halten: „Wer pädagogische Zentren stürmt – nimmt in Kauf, dass sich auch die nächste Generation erzürnt!!!!!!!“ In Zwickau schrieben die Fans: „Fußballfans als Staatsfeind Nr. 1“ und in Magdeburg stand: „Fanprojekte achten und schützen!“ In Berlin machten zudem die Dynamo-Fans selbst klar, was sie von der Aktion hielten: „28 Betroffene – alle sind gemeint! 100 % Solidarität“. Das Spruchband nimmt Bezug drauf, dass 28
Verdächtige, laut Polizei und Staatswanwaltschaft Karlsruhe angeblich die Initiatoren des Fanmarsches im April in Baden, ermittelt wurden, einer von ihnen wurde in Basel festgenommen. Die wohl lustigste Reaktion auf dieses hoch emotionale Thema lieferten aber die Ultras von Eintracht Frankfurt beim Heimspiel gegen den FC Bayern München. Sie schrieben: „Wenn hier einer Ultras Dynamo auflöst, dann sind wir das!“

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