Ermittlungen gegen 28 Fans von Dynamo Dresden
mdr.de
Auch auf die Ränge war Pyrotechnik gebracht worden, die während des Spiels aus dem einheitlich uniformierten Gästeblock abgefeuert wurde. Dresdner Fans, die ohne einheitliche Tarnkleidung in den Block kamen, wurden gewaltsam hinausgedrängt.
Bislang kein konkreter Tatverdacht
Die Behörden konnten bislang keine Tatverdächtigen identifizieren, die die illegale Pyrotechnik geworfen haben. Die beteiligten Personen trugen neben der Tarnkleidung auch Gesichtsbemalung und seien immer nur kurz in Erscheinung getreten, so Gerhard Heck von der Karlsruher Polizei. Die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz richteten sich deshalb gegen unbekannte Täter.
Konzertierte Aktion in drei Bundesländern
Die Polizei hatte am Dienstag zeitgleich insgesamt 35 Wohnungen und Geschäfte überwiegend in Dresden und Umgebung, in Zwickau sowie in Brandenburg, Baden-Württemberg und der Schweiz durchsucht. Dabei wurden laut Ermittler PC´s, Smartphones, Pyrotechnik und Tarnkleidung sichergestellt. Zudem fanden sie eine Waffe für Gummigeschosse und einen Schlagring. Daneben wurde das Kraftfahrzeug beschlagnahmt, das dem Fanmarsch in Karlsruhe vorausgefahren war. Etwa 370 Polizisten waren an der Razzia beteiligt, davon 100 aus Karlsruhe.
Die beschlagnahmten Beweismittel werden nun von der Ermittlungsgruppe „Dynamo“ in Karlsruhe ausgewertet. Erst dann entscheidet sich, ob Anklage gegen einen oder mehrere der tatverdächtigen Organisatoren erhoben wird. Laut Polizeisprecher Raphael Fiedler wird das mindestens einen Monat dauern.
Unmut über Durchsuchung von Fanprojekt
Für Kritik sorgte der Umstand, dass auch das Fanprojekt von Dynamo Dresden von der Durchsuchung betroffen war. Grünen-Politiker Valentin Lippmann erklärte, Durchsuchungen eines sozialpädagogischen Fanprojekts seien mehr als kritisch. „Sie zerstören das besondere Vertrauensverhältnis von Sozialpädagogen und Fußballfans und erweisen der Gewaltprävention im Fußball einen Bärendienst.“

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